Mehr E-Autos einerseits, dafür aber ausgedünnte Bus- und Zughaltestellen
Laut tagesschau.de sind neun von zehn Neuwagen in Norwegen mittlerweile E-Autos. Inzwischen soll es landesweit wohl über 24.000 Ladestationen geben (darunter rund 10.000 Schnell-Ladestationen). Tendenz: stark steigend. Die politisch gewollte und geförderte E-Mobilität hat nur einen Nachteil: Sie führt - besonders im dünn besiedelten Norden des Landes - zu einem immer stärker ausgedünnten, bis hin zu einem gar nicht mehr stattfindenden öffentlichen Transport mit Bussen und Bahnen.

©Klaus Betz E-Ladestationen Besucherzentrum Saltfjell Nationalpark(NO)
Weshalb ich das zum Thema mache?
Ganz einfach, wichtig sind bei allen Touren nicht nur die Einstiegspunkte, sondern auch die Optionen für den Ausstieg aus einer geplanten Tour - falls irgendwelche Probleme auftauchen, wie Knieschmerzen, Fußgelenk- oder Hüftprobleme etc. Eine Tour abzubrechen ist allemal besser, als sich mit großen Schmerzen und evtl. bleibenden Schäden bis zu einem einmal gefassten Ziel durchzuschleppen. Man sollte deshalb immer(!) eine Option für den Ausstieg haben bzw. einplanen. Mehrere nordnorwegische Beispiele dazu: Wer gerne das Saltfjell besuchen und dort wandern möchte, kann mit dem Bus nicht mehr zu den wichtigen Ausgangs- oder Endpunkten gelangen. Der Bus von Bodö via Fauske in Richtung Saltfjell oder Junkerdal respektive zur Grenze nach Schweden (bei Graddis), dieser Bus (Linie 31) fährt nur noch bis zum Saltfjell-Nationalpark-Besucherzentrum an der E6 - was überhaupt nichts bringt.
Wer aus dem Saltfjell ins Saltdalen hinabsteigt (etwa von Bjellåvassstua nach Langånes) bleibt auf der Strecke und muss sein Glück per Anhalter versuchen. Gleiches kann passieren, wenn man nach Westen absteigt, ins Tollådalen. Die einzige Alternative: Ein Taxi rufen – und das geht ins Geld. Es sei denn, man kann sich die Kosten mit anderen Wanderern teilen. Siehe dazu auch die Apps von zum Beispiel „Norges Taxi“ Norges Taxi oder Taxifix.
Mit dem Zug ist es das gleiche Dilemma. Er hält entweder nördlich des Saltfjells zuletzt in Rökland oder dann erst wieder weit südlich davon in Dunderland. Mit einer Ausnahme: Beim so wichtigen „Höhen“-Bahnhof Lönsdal (ein idealer Ausgangspunkt ins Saltfjell und weiter nach Beiarn oder Bodø) wird wenigstens „auf Wunsch“ angehalten. Sofern man das voranmeldet oder gleich beim Betreten des Zuges den „Konduktör“ (so heißt das bis heute in Norwegen) darauf hin anspricht. Die Bahnhöfe Bolna oder Krokstrand (südlicher Saltfjell-Ein- oder Ausstieg) sind geschlossen, eine Busverbindung gibt es nicht.Außerdem: Die so berühmte Nordlandsbahn von Trondheim nach Bodø (landschaftlich wirklich toll), ist unterdessen privatisiert bzw. verkauft worden. Ausgerechnet an die SJ, die Schwedische Eisenbahn, die - was Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit betrifft - ungefähr die gleiche Reputation hat wie die Deutsche Bahn (bei einem, im Vergleich dazu, Bruchteil des Schienennetzes).
Der früher gemeinschaftlich betriebene und grenzüberschreitende Busverkehr (norwegisch-schwedisch) von Mo i Rana nach Umeå bzw. umgekehrt - eingestellt. Gleiches gilt für den grenzüberschreitenden Busverkehr zwischen Bodø und Skellefteå: eingestellt.
Nördlich von Narvik funktioniert zwar der Busverkehr längs der E 6 bis nach Tromsö unverändert, aber die so wichtigen Seitentäler, insbesondere in die Gebirgsregionen der Inneren Troms (Nordkalottleden), werden bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls nicht mehr bedient. So etwa die für Wanderer wichtige Verbindung von Setermoen/Bardu nach Innset; um von da aus beispielsweise dem Nordkalottleden ins finnische Kilpisjärvi zu folgen.
Und was schwärmt man uns auf der DNT-Homepage vor (?) - ohne auf die zuvor geschilderten Details einzugehen DNT-Homepage
Travel by public transport and reduce your carbon footprint
"Hiking boots, skis and bicycles are of course the most environmentally friendly, but there are long distances in the north and often other means of transport are necessary to reach the national parks. Public transport produces lower emissions than driving. Trains and rail transport are the most environmentally friendly, buses are a good second choice. The more passengers, the lower the emissions per passenger.
Travel north at a comfortable speed
It doesn’t matter where you board the train – in Trondheim or Bodø. What awaits you is nature in all its glory; wonderful and changing as the cultural landscape of Norway unfolds outside the windows of your coupe. Quaint and dramatic experiences await as we roll through Helgeland and Salten. Maybe you brought a book to read along the way? Anyone you want to write a letter to? Or share your journey with. Chatting about what you see and experience outside? There will be time to get better acquainted and make up for lost time.
Vy (formerly NSB): The Nordland Line is not only Norway’s longest stretch of rail. It has also been named one of the world’s most beautiful train journeys by Lonely Planet. This is a unique journey through natural and cultural landscapes. The Nordland Line was chosen for the Norwegian National Broadcasting Corporations slow-TV concept: The Nordland Line Minute by Minute in 2018.
SJ (which operates the railway line today): The Nordland Line serves over 200 000 inhabitants in the regions of Nordland and Trøndelag. The summer season is the most popular time for tourists. You can book your tickets online: SJ Nord.“